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Fachkräfte und Nachwuchs

2. Bielefelder Ausbildungsgipfel zeigt Integrationswege in die Ausbildung

Bielefeld, 08.03.2016. Die 2014 von Oberbürgermeister Pit Clausen und dem Rat der Stadt gestartete Bielefelder Ausbildungsoffensive arbeitet daran, noch mehr Unternehmen für die duale Ausbildung zu gewinnen und allen jungen Menschen eine qualifizierte Berufsperspektive zu eröffnen. Beim 2. Bielefelder Ausbildungsgipfel am 8.03.2016 ging es um die Frage, wie die berufliche Integration junger Flüchtlinge gestaltet werden kann. Rund 250 Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, Kammern und Verbänden, Schulen sowie Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik kamen auf Einladung von Oberbürgermeister Pit Clausen und Schirmherr Ortwin Goldbeck im Campus Handwerk zusammen, um sich über gute Beispiele zu informieren und Lösungen zu diskutieren.

"Der neue Campus Handwerk ist ein Ort des Lernens, daher freue ich mich besonders, dass der 2. Bielefelder Ausbildungsgipfel hier bei uns stattfindet", so Kammerpräsidentin Lena Strothmann, "mit unserem neuen Berufsbildungsbildungszentrum wollen wir die duale Berufsausbildung verstärkt ins Bewusstsein von Schülern, Eltern und Lehrern bringen." Der Ausbildungsgipfel ist Teil der Bielefelder Ausbildungsoffensive, mit dem Ziel, die duale Ausbildung in Bielefeld zu stärken. Ortwin Goldbeck, Unternehmer und IHK-Ehrenpräsident, machte die Dringlichkeit deutlich: „Die Bielefelder Unternehmen brauchen gut ausgebildete junge Menschen – sie sind das wichtigste Kapital. Eine Investition in die Nachwuchsförderung bringt Gewinn für Unternehmen und ist zugleich ein entscheidender Faktor für die Zukunftsfähigkeit der Stadt“. Mit dem Zuzug junger Flüchtlinge gewinnt Bielefeld auch neue Ressourcen für die duale Ausbildung, denn die jungen Menschen sind motiviert und lernbegierig. Zugleich ist der Übergang in das deutsche System, in Schule und in Ausbildung oft nicht leicht. Dr. Doreen Müller von der Universität Göttingen sensibilisierte in ihrem Referat für die rechtliche und auch die emotionale Situation der jungen Menschen, die sich im Asylverfahren befinden. ?

Carsten Bleckmann (Ausbildungsleiter bei Gestamp Umformtechnik) und Isabell Hochwald (Ausbildungsmarketing bei Schüco International) berichteten, wie ihre Unternehmen sich zum Beispiel mit Berufsfelderkundungen, Praktikumsangeboten oder Bewerbungstrainings für die jungen Flüchtlinge öffnen. Dass dies nicht nur in mittleren und großen Unternehmen möglich ist, zeigte Bettina Niese, die in ihrem Friseursalon immer wieder jungen Frauen mit Flucht- oder Migrationshintergrund eine Chance gibt. Alle drei machten deutlich, dass sie viel Potenzial bei den jungen Menschen sehen und dass sich der Einsatz für ihr Unternehmen lohnt.
Oberbürgermeister Clausen appellierte an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sich für die duale Ausbildung stark zu machen und sich dabei auch für junge, geflüchtete Menschen zu öffnen. Im Januar 2016 seien 96 Ausbildungsstellen mehr gemeldet als zum gleichen Zeitpunkt in 2015. Das sei ein positives Signal, auch wenn Bielefeld von einer ausgeglichenen Ausbildungsbilanz noch ein ganzes Stück entfernt sei.

An dem Ziel einer „ausgeglichene Ausbildungsbilanz“ arbeiten die vom Rat damit beauftragten städtischen Töchter Regionale Personalentwicklungsgesellschaft (REGE) mbH und die Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Bielefeld mbH (WEGE) gemeinsam mit der Agentur für Arbeit Bielefeld, dem Jobcenter Arbeitplus Bielefeld, der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld, der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld und dem DGB Region Ostwestfalen-Lippe. Für Brigitte Meier (Geschäftsleitung der WEGE mbH) ist die Ausbildungsoffensive alternativlos, denn, so Meier, „für die Standortsicherung brauchen wir gut ausgebildete junge Menschen und die gewinnen wir nur, wenn wir uns gemeinsam dafür engagieren.

Klaus Siegeroth, Geschäftsführer der REGE mbH, betonte abschließend: „Die Partner der Ausbildungsoffensive unterstützen gemeinsam die jungen geflüchteten Menschen – ohne die anderen Bielefelder Jugendlichen aus dem Blick zu verlieren. Ganz besonders aber wollen wir die Unternehmen und die Schulen unterstützen, damit sie sich rechts- und verfahrenssicher die Berufsorientierung und die Ausbildung von Flüchtlingen zuwenden können.“

(Quelle: REGE mbH)