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Gründen & Wachsen

PD Dr. Joachim Boidol

„Ich habe meine Arbeit geliebt und bin stets nach dem Motto ´get facts first` vorgegangen“, beschreibt Joachim Boidol seinen Werdegang. Nach seinem Studium der Mathematik und Soziologie hat Joachim Boidol im Fach Mathematik erst promoviert und anschließend im Alter von 32 Jahren habilitiert. Faszinierend fand er an der Mathematik die Schönheit der logischen Beweisführung. „Wie auf einem Schachbrett lässt sich die Problemlösung klar und geschlossen darstellen“, schwärmt er noch heute.

Er arbeitete sechs Jahre als Privatdozent an der Universität Bielefeld, bevor er in die Wirtschaft wechselte. Als Soziologe interessierte sich Joachim Boidol dafür, seinen mathematisch-logischen Ansatz auf Organisationsprozesse in Unternehmen zu übertragen. Er begann seine Karriere bei dem Software- und Systemhaus Ikoss Van GmbH, einem IT-Unternehmen für Fertigung und Montage in Stuttgart. Neben der Projektleitung eines Verbundprojekts zur Montagesteuerung entwickelte er sich innerhalb von fünf Jahren zum Chefberater für rechnerintegrierte Fertigungsprojekte. Er wechselte zur Bertelsmann media systems und war erst als IT-Dienstleister, dann als Director IT service & Training zuständig für die konzernweite Standardisierung von Methoden und Verfahren im IT-Bereich. Unter seiner Regie wurden das IT-Seminarzentrum im Schloss Rheda für Softwareentwickler und Anwender aufgebaut und verschiedene Projekte zur Organisationsprozessoptimierung durch IT-Anwendungen durchgeführt. Dazu gehörte auch die Konzeption und Einführung des Mitgliederinformationssystems der Europäischen Clubs der Bertelsmann AG.

Seit 2002 war Joachim Boidol als Management Consultant bei Arvato Systems, einem Systemhaus der Bertelsmann AG, zuständig für IT-Lösungen zur intelligenten Vernetzung sämtlicher Geschäftsprozesse. Zu seinen Kunden gehörten Unternehmen wie REWE, Procter & Gamble, Adidas, Tchibo direct GmbH sowie diverse IT-Dienstleister. Gleichzeitig war er Mitglied des Beirats Dienstleistungsstandards für Globale Märkte der IHK und hat die Qualitätsoffensive der Dienstleister in OWL beraten. 2011 verabschiedete er sich im Alter von 60 Jahren in den Ruhestand.

Seit 2009 hat Joachim Boidol für den Mentorenservice Ostwestfalen ca. 20 Fälle betreut. Von der Goldschmiedin über Handwerksbetriebe und Maschinenbauer bis zu IT- Unternehmen. Dabei stand die Lösung von Konflikten auf Geschäftsleitungsebene genauso im Fokus wie die Optimierung von Prozessen in Kleinstunternehmen. Voraussetzungen für erfolgreiche Mentoringprojekte sind nach seiner Erfahrung die Aufgeschlossenheit des Unternehmers, der Unternehmerin, ein definierter Projektrahmen und der Wille, ein Problem wirklich lösen zu wollen. „Die Unternehmen sind häufig fachlich hervorragend aufgestellt, haben aber betriebswirtschaftlich und auf der Marketingebene ihre Schwächen. Viele Unternehmer/innen, drehen an zu vielen Schrauben, verursachen eher ein Feuerwerk, ohne strategische Ziele zu erreichen.“ Seine Aufgabe als Mentor sieht Joachim Boidol darin, Know-how sein anzubieten und Impulse für eine neue Arbeits- und Denkweise zu setzen.

Rolf Brakemeier

Rolf Brakemeier liebt Zahlen und sucht gerne Lösungen für technische Probleme. „Von der Pike auf habe ich über den 2. Bildungsweg den Einstieg als Ingenieur in den Anlagenbau geschafft“, kommentiert er seinen Ausbildungsweg. Er absolvierte die Ausbildungen zum Werkzeugmaschinenschlosser, zum Technischen Zeichner sowie zum Radio- und Fernsehtechniker, den er mit dem Meisterzertifikat abschloss. Anschließend studierte er an der Fachhochschule Bielefeld Elektroingenieurwissenschaften mit dem Schwerpunkt Verfahrenstechnik.

Vier Jahre lang leitete er das elterliche Radio- und Fernsehfachgeschäft in Lemgo bis er als Entwicklungsleiter für Lautsprechersysteme zu ATL Lautsprecher in Lemgo wechselte. 1985 stieg Rolf Brakemeier in leitender Funktion bei der Metro AG ein und war bis zum Jahr 2000 für verschiedene Töchter der Metro AG im Vertrieb tätig. Acht Jahre lang war er Verkaufsleiter und Produktmanager bei Saturn in Ingolstadt, anschließend 2 Jahre lang als Geschäftsleiter Saturn in Bielefeld zuständig für Personal, Einkauf, Marketing, Planung und Kontrolle. Bei Vobis Computer AG in Aachen war er als Vertriebsleiter verantwortlich für 2000 Mitarbeiter/innen und begleitete u.a. den Aufbau von neuen Filialen im europäischen Ausland. Anschließend wechselte er als Vertriebsleiter zur Reno Schuhhandel GmbH mit 3000 Mitarbeiter/innen nach Osnabrück. Zu seinen Aufgaben gehörte neben der Personalführung die Vorgabe der Vermarktungsstrategie, die Finanzplanung und das weltweite Ladenlayout, bis die Metro das Unternehmen verkaufte. Diesen Einschnitt nutzte er, um seine berufliche Karriere zu beenden. Er betreut seitdem seine behinderte Tochter und führt, wie er selbst sagt, ein „extremes Familienleben“.

Parallel begann Rolf Brakemeier sein Engagement für den Mentorenservice Ostwestfalen mit mittlerweile 30 abgeschlossenen Mentoringprojekten.

Seine Mentoring-Schwerpunkte sind Kostenrechnung, Betriebsorganisation, Personalplanung u. -entwicklung,  Vertrieb/Export, Marketing/Werbung. Er ist beeindruckt von der Offenheit und Veränderungsbereitschaft vieler Unternehmer/innen. Seine Aufgabe als Mentor sieht er dar darin, die Ratsuchenden aufzubauen und die jeweiligen Stärken herauszuarbeiten. Vielen Experten, die ihr Produkt oder ihr Angebot sehr gut beherrschen, haben Probleme mit dem Vertrieb, dies zu lernen gerade für Gründer/Innen eine enorme Herausforderung. Am Schwersten fällt es Rolf Brakemeier, wenn er von einem Projekt abraten muss, weil es sich nicht realisieren lässt und die Gefahr besteht, dass unnötig Geld verbrannt wird. Um ein Unternehmen erfolgreich zu führen sind nach seiner Einschätzung folgende Kompetenzen erforderlich: Durchsetzungsvermögen, Ausdauer, Kommunikationsfähigkeit und Verständnis für Andere. Rolf Brakemeier sieht gute Chancen für die Karriereentwicklung junger Frauen, die diese Eigenschaften eher mitbringen und bereit sind, Unsicherheiten zu zeigen und Fragen zu stellen. „Männer geben ungern Schwächen zu und lassen sich nur zur Sicherheit mal unter die Arme greifen“, ist seine Erfahrung.

Heinz H. Damis

Heinz Damis ist Vertriebsprofi und Manager, eloquent, flexibel, überzeugend. Er stammt aus einer umtriebigen Kaufmannsfamilie, die nicht nur an einem Ort ansässig war. Die Erfahrung, Veränderungen und Herausforderungen Menschen weiterentwickeln, hat ihn schon früh geprägt.

Nach dem BWL-Studium absolvierte Hans Damis ein Traineeprogramm bei der IBM und entdeckte dort seine Leidenschaft für den Vertrieb. Die Weiterentwicklung als Systemverkäufer für komplexe und beratungsintensive IT-Lösungen war die logische Folge. In diesem Umfeld konnte er auch Erfahrungen in den Bereichen Präsentation, Vortrag und Training sammeln und so weitere Kompetenzfelder entdecken.

Er wechselte zu Wincor Nixdorf AG Paderborn und war dort verantwortlich für das Training der Vertriebs- und Managementeinsteiger und entwickelte ein Konzept bis zum direkten Marktzugang („Training on the Job“, heute: „Hands on“).

1980 gründetet H.E. Damis sein eigenes Beratungsunternehmen in den Bereichen Sales, Management. Als sich 1991 das digitale Mobilfunknetz „D2“ (heute Vodafone) etablierte hat Heinz Damis das Konzept des Trainings für den Vertrieb erstellt und den Aufbau der Marke maßgeblich unterstützt. Die Aufgabenfelder nahmen zu und Damis gründete das Trainings-Institut „Duo-Akademie“ mit praxiserfahrenen Trainern und Coaches. Zu den DUO-Kunden gehörten Unternehmen wie Canon, Alcatel, Vodafone und Creditreform.

Heute ist Heinz H.E. Damis Inhaber und kopf von D-.consultant. Sein Ziel ist es als Mentor und Sparringspartner Unternehmen bei der Anpassung an veränderte Marktbedingungen und neue innere oder äußere Einflüsse zu unterstützen.

„Wenn es einem im Leben etwas besser gegangen ist, muss man bereit sein, etwas zurück zu geben“, ist er überzeugt. Deshalb setzt er sich im Rahmen eines Projektes für eine Schule im Benin ein, engagiert sich im Vorstand des Golfclub Teutoburger Wald und ist im Mentorenservice Ostwestfalen aktiv. In den letzten 10 Jahren hat er ca. 20 Mentoring Projekte betreut. Sein vorrangiges Interesse ist es, jungen Menschen die erste Phase ihrer Selbständigkeit zu erleichtern. Er möchte junge Unternehmer/innen ermutigen, ist aber durchaus bereit von einer Gründung abzuraten, wenn er das Risiko zu hoch einschätzt. „Ich halte nichts davon, um jeden Preis zu gründen.“ Er ist überzeugt, dass ein erfolgreiches Mentoringprojekt von Vertrauen, Akzeptanz und Sympathie zwischen Mentor und Mentee getragen werden muss. Die Vermarktung stellt nach seiner Erfahrung für viele Einsteiger/innen eine große Hürde dar, deshalb ist die aktive Kundengewinnung Schwerpunkt seines Coachingansatzes. Die Digitalisierung wird in den nächsten Jahren die Unternehmenskommunikation drastisch beeinflussen, ist er sich sicher. „Dadurch ändern sich allerdings nicht die grundlegenden Bedürfnisse, lediglich die Instrumente werden andere. Menschen machen Märkte und das Produkt ist nur die Hülle einer Idee“

Heinz Generotzky

Heinz Generotzky beschreibt sich als echtes ostwestfälisches Urgestein. Geboren in Bielefeld ist er nach einer Ausbildung bei der Volksbank Schildesche zur Commerzbank AG gewechselt und hat dort seine berufliche Heimat gefunden. Er durchlief alle internen Qualifikationsebenen, absolvierte den Bankfachwirt und eine Traineeausbildung mit dem Schwerpunkt Kreditgeschäft und wechselte zwischen Gütersloh, Bielefeld, Lippstadt. Magdeburg und wieder Gütersloh in verschiedenen Funktionen. Innerhalb von 28 Jahren ist er vom Kundenberater zum Regionalfilialleiter aufgestiegen und hat bis zur Pensionierung im Jahr 2010 die Geschicke der Commerzbank in Gütersloh als Bankdirektor gelenkt.

Eine sehr interessante Zeit waren für ihn die Jahre, in denen er mittelständische Unternehmen im Kreis Gütersloh betreute. Die Region hatte sich ökonomisch so positiv entwickelt, dass er auch Börsengänge begleiten und internationale Kredite syndizieren konnte. Unter seiner Regie wurde ein Ratingsystem entwickelt, das in der Bank implementiert wurde. Ein weiteres berufliches Highlight war seine Beteiligung am Aufbau der Commerzbank in den Jahren 1990 und 1991 in Magdeburg in Sachsen-Anhalt. Es wurden unter improvisierten Bedingungen Standorte gesucht und eine Bürgschaftsbank gegründet. Die Quintessenz seiner beruflichen Erfahrungen fasst er wie folgt zusammen: „Strukturelle Veränderungen gehören zum Wirtschaftsleben: Es ist notwendig mit Wandel zu leben, aktiv nach Lösungen zu suchen, nicht auf das Außen zu warten und dann schnell einen neuen Alltag aufzubauen.“

Seit 2009 engagiert sich Heinz Generotzky ehrenamtlich für den Mentorenservice Ostwestfalen. Bislang hat er mehr als 20 Mentoringprojekte betreut. Die Bandbreite reicht vom digitalen Start-Up über die Hundeschule und die physiotherapeutische Praxis bis zum Malerfachbetrieb reicht. Dabei arbeitet er gern mit seinen Mentorenkollegen im Team, wenn neben der Finanzierung auch Fragen wie Vertrieb und Vermarktung bearbeitet werden sollen. Als Bankexperte wird Heinz Generotzky gerne einbezogen, wenn finanzielle Probleme drängen, aber er ist überzeugt, dass diese in der Regel nicht das Kernproblem darstellen. Ein wiederkehrendes Problem der Unternehmen sind die Marktnähe des Angebots und der entsprechende Vertrieb. Es ist notwendig Lösungen für die dahinter liegenden Betriebsabläufe zu generieren. Wichtig ist es ihm, den Ratsuchenden schnell zu vermitteln, dass auch wenn ein Mentor begleitend zur Seite steht, ein gewisses Maß an Selbständigkeit gefragt ist.

Ein Mentoringprojekt ist für ihn dann erfolgreich, wenn die Eigenkompetenz des Mentee erhöht wird, auch wenn unter Umständen damit die Aufgabe der Geschäftsidee verbunden ist. Mit ostwestfälischen Understatement freut sich Heinz Generotzky, „wenn es klappt“, also die begleiteten Unternehmen erfolgreich sind. Er wünscht sich eine bessere Feedbackkultur, „eine Rückmeldung wäre nicht schlecht“.

Hans-Peter Hölz

„Ich kann immer noch dazu lernen und das hält mich jung“, fasst Hans-Peter Hölz seine Motivation zum Mentorenservice zusammen. Hölz ist Experte für Marketing und Kundenakquise und besetzt damit Inhalte, mit denen sich viele junge Unternehmen schwer tun.

Als Dipl.-Betriebswirt arbeitete er erst als Junior-Produktmanager bei Fuchs Gewürze in Dissen, dann als Produktmanager bei Birkel Nudel bei Stuttgart, bevor er als Kontakter in die Bielefelder Werbeagentur ATS wechselte. Dreieinhalb Jahre lang lernte er hier Werbeagenturgeschäft von der Pike auf bis er sich mit einer eigenen Agentur für Werbung und Marketing selbständig machte.

Innerhalb von 34 Jahren hat Hölz, der schon immer selbständig werden wollte, eine renommierte Agentur mit fünf festen Mitarbeitern/innen und einem Stamm von Freien aufgebaut und langjährige Kunden wie Ermeto Armaturen, Parker Hanifin oder Hymmen betreut. Mit vielen zufriedenen Kunden sind ihm langjährige Kooperationen von 20 und mehr Jahren gelungen. Gefragt nach seinem Erfolgsrezept, gibt er die einfache Antwort: „Erfolg ist eine Mischung aus Glück und harter Arbeit. Wir haben zuverlässig gute Ergebnisse abgeliefert und konstruktiv mit den Kunden gearbeitet, so dass Vertrauen aufgebaut werden konnte. Bei uns konnte sich jeder Kunde so fühlen, als wäre er der Wichtigste.“ Er ist überzeugt, dass es keine Patentrezepte für Erfolg gibt, aber gute Voraussetzungen wie Beharrlichkeit, Bereitschaft sich auseinander zu setzen und gesundes Selbstbewusstsein.

Mit 63 Jahren ist Hans-Peter Hölz in den Ruhestand getreten und nun als Mentor und als Fotograf aktiv. Bislang hat er 45 Mentoringprojekte betreut. Für ihn ist das Mentoring ein Angebot auf Gegenseitigkeit, eine Hilfe zur Selbsthilfe.

Er sieht seine Aufgabe als Mentor darin, in lockerer Gesprächsatmosphäre Gedanken und Ideen auszutauschen und so Menschen zu ihren eigenen Lösungen zu bringen und auf ihrem Weg zu ermutigen. Er ist überzeugt, dass gute Werbung auch für Anfänger mit kleinem Budget möglich ist. Wichtig ist es, mit einem Alleinstellungsmerkmal aktiv in den Markt zu gehen, die gegebenen Werbemöglichkeiten, selbst den „antiquierten“ Werbebrief, effektiv zu nutzen und selbstbewusst nachzufassen.

Für die oftmals vorhandenen Schwierigkeiten von Unternehmensgründern im Umgang mit der Kundenakquise hat Hans-Peter Hölz Verständnis, denn er kann sich durchaus an die „Klinkenangst“ aus seinen Anfängen erinnern Aber er weiß auch, dass Akquise erlernbar ist, wenn man sich dieser Angst stellt und bereit ist aus Fehlern zu lernen. „Man muss sich den Dingen stellen und einfach machen“, ermutigt er auch Anfänger.

Unabhängig von Produkt oder Dienstleistungen ist es nach seiner Meinung wichtig, die Vorstellungen des Kunden konstruktiv aufzunehmen, in die eigenen konzeptionellen und kreativen Überlegungen einzubeziehen und dabei offensiv eigene Qualitätsvorstellungen zu vertreten.

Horst Peil

„Die Unterstützung einer wirtschaftlichen Denkweise an den Gymnasien ist notwendig, um den Bedarf an Nachwuchskräften sicherzustellen“, ist Horst Peil überzeugt. Der gebürtige Bielefelder hat sich mit Leib und Seele der Förderung des Nachwuchses verschrieben. 28 Jahre lang war der Versicherungsfachmann Geschäftsstellenleiter der Württenbergischen Versicherungsgruppe in Bielefeld. Ihn faszinierte an der Versicherungswirtschaft, dass sie die gesamten Bedarfe von Bevölkerung und Wirtschaft widerspiegelt. Seine Schwerpunktthemen waren Vertrieb, Organisationsstruktur und Personalentwicklung, zuständig für 150 Mitarbeiter/innen war es ihm immer wichtig, offen zu kommunizieren, die Verantwortung der Einzelnen zu stärken und die Mitarbeiterbildung zu fördern.

Während der gesamten Zeit hat er seine Branche in der Vollversammlung der IHK vertreten. Mit besonderer Hingabe widmete er sich der Aus- und Weiterbildung. Als Mitglied im IHK-Prüfungsausschuss hat er das Berufsbild des Versicherungsfachwirts in Bielefeld neu eingeführt. Die Bundeseinheitliche Regelung der Ausbildung zum Versicherungsfachmann für den Außendienst ist sein Verdienst, als Vorsitzender des Verbands der Führungskräfte der Versicherungswirtschaft setzte er sich erfolgreich dafür ein. In Bielefeld hat Horst Peil die Kooperation zwischen Schulen und Versicherungswirtschaft gefördert. 2002 erhielt er das Bundesverdienstkreuz für sein Engagement in Sachen Aus- und Weiterbildung.

Schwarze Schafe in der Versicherungsbranche sind ihm ein Dorn im Auge: „Ich habe nie verstanden wie man für eine kurzfristige Produktpräsentation verbrannte Erde hinterlassen kann“.

Seit 2006 engagiert sich Horst Peil für den Mentorenservice Ostwestfalen und hat mittlerweile 30 Mentees betreut. Er hat ein besonderes Herz für die kleinen und eigenwilligen Unternehmer/innen: die Kunsthistorikerin, die eine Keksbäckerei eröffnet, die Kunsttherapeutin, die sich schwer tut neue Kunden zu akquirieren, die Sprachschule, die lernt bessere Preise zu platzieren oder der Campingplatz, der seine Organisationsstruktur optimieren muss. Nach seiner Erfahrung ist das Potential in der Regel vorhanden, nur die unternehmerische Umsetzung fällt schwer. Horst Peil entwickelt mit den Mentees neue Vertriebs- und Vermarktungsstrategien, ermutigt sich sich offensiv am Markt zu zeigen und zu vernetzen. Er erinnert daran, im Alltagsdruck die strategische Ausrichtung nicht zu vernachlässigen und ermutigt, beharrlich weiter zu machen. So hat er den Geschäftsführer einer kleinen Filmfirma dazu bewegt, einen Ausbildereignungsschein zu machen und einen Auszubildenden einzustellen. Mittlerweile hat das Unternehmen sieben Mitarbeiter/innen und die Aussicht weiter zu wachsen.

Ein Mentoring-Projekt kann dann erfolgreich sein, wenn die Chemie stimmt und Kontinuität hergestellt wird. Ein Problem wird selten mit einem Gespräch gelöst. „Allerdings, manchmal ist weniger mehr“, ist er überzeugt.

Jörg Pommeranz

„Es ist ein gutes Gefühl, mehrere hundert Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert zu haben“, beschreibt Jörg Pommeranz sein Engagement für den Mentorenservice Ostwestfalen.

Jörg Pommeranz teilte das Kriegsschicksal vieler Kinder seiner Generation. Geboren im pommerschen Neustettin verlor er seinen Vater im Krieg und musste als 6-Jähriger mit seiner Familie nach Schleswig-Holstein fliehen und kam als 14-Jähriger nach Bielefeld. Nach dem Studium der Betriebswirtschaft in Köln stieg er bei Dr. August Oetker ein und verbrachte hier seine gesamte berufliche Karriere – 42 Jahre. Im Alter von 26 Jahren wurde er Abteilungsleiter der Datenverarbeitung, dann Hauptabteilungsleiter Organisation und Datenverarbeitung und schließlich Geschäftsführer der Oediv – der Oetker Daten und Informationsverarbeitung.

In den 60er Jahren wurden mit Lochkarten auf mechanischen Tabelliermaschinen die Vertriebsprozesse und die Lohn- und Gehaltsabrechung verarbeitet. Der 1. elektronische Rechner war eine IBM 1401, der mit der Programmiersprache Assembler programmiert wurde. In der Weiterentwicklung der Technologien folgte der Großcomputer IBM /360. Die Anwendungsprozesse wurden mit der Programmiersprache COBOL verarbeitet.

Ende der 70er Jahre entwickelte SAP Standardsoftware für die Unternehmensprozesse. Oetker war der 7. Kunde bei SAP und stellte sämtliche Anwendungsprozesse in der Oetker-Gruppe im Laufe der Jahre auf die SAP-Software um. Durch die guten qualifizierten Kenntnisse der SAP-Software bei dem IT-Personal kamen viele Firmen auf die Oetker Datenverarbeitung zu, um auch ihre SAP-Systeme in dem Oetker Rechenzentrum zu verarbeiten. Dadurch entwickelte sich die OEDIV -  die Oetker Daten- und Informationsverarbeitung als eigenstände Firma zu einem Dienstleister für die ca. 400 Oetker Firmen und ca. 100 Drittfirmen zu dem damaligen Zeitpunkt. Heute sind es etwa 600 Drittfirmen.

Durch diese zahlreichen Kunden hatte Jörg Pommeranz  die Prozesse in vielen Branchen  kennen- gelernt. Diese Erfahrungen wollte er in seinem Ruhestand an Kunden des Mittelstandes weitergeben. Sein Motto „Arbeitsplätze erhalten – Arbeitsplätze schaffen“.

2004 verabschiedete sich Jörg Pommeranz in den Ruhestand. Seither ist er beim Mentorenservice Ostwestfalen aktiv und berät  Existenzgründer und Unternehmen, hielt bis vor einigen Jahren Vorlesungen für Wirtschaftsinformatik an de FHDW Fachhochschule der Wirtschaft Bielefeld und engagiert sich in verschiedenen Bei- und Aufsichtsräten.

Bis heute hat er insgesamt 95 Mentoringprojekte begleitet. Gründern fehlen oft eine Strategie, eine Vorstellung von den Kosten und der Zugang zu den potentiellen Kunden. Auch bestehende Unternehmen haben nach seiner Erfahrung häufig Defizite in den Bereichen Planung und Strategie: Kalkulationen sind veraltet, Arbeitsabläufe umständlich, die IT-Ausstattung ist unzureichend oder die Außenstände sind zu hoch, fasst er die Probleme der Ratsuchenden zusammen. Auf der Basis seines betriebswirtschaftlichen Know-hows analysiert er den Ist-Zustand, dazu gehören die vorliegenden Bilanzen und Kalkulationen ebenso wie die Betriebsstruktur, je nach Diagnose entwickelt er einen Lösungsansatz, ob Vertriebsstrategie, Aufbau eines Controllings oder Einführung eines ERP-Systems.

Er bindet die entscheidenden Menschen im Unternehmen ein, erstellt Aufgabenlisten und kontrolliert die Umsetzung. Pommeranz ist überzeugt, dort wo seine Pläne umgesetzt wurden, ging es wieder aufwärts. „Ich helfe gerne, solange ich fit bin, mache ich weiter.“

Klaus Rudat

Klaus Rudat, den es nach der Flucht aus Ostpreußen mit seinen Eltern nach Bielefeld verschlagen hatte, wollte eigentlich Schiffsingenieur werden. Nach einer Ausbildung zum Maschinenschlosser bei dem Turbinenbauer Balthasar Meyer studierte er an der Bielefelder Ingenieurschule Maschinenbau mit dem Abschluss Diplomingenieur.

Nach einem kurzen Intermezzo als Konstruktionsingenieur bei Dürkopp wechselte Klaus Rudat nach Berlin und stieg bei der OTIS GmbH & Co. OHG als Vertriebstrainee ein. Nach zwei Jahren kehrte er als Niederlassungsleiter für OTIS nach Bielefeld zurück. Innerhalb von acht Jahren konnte er den Betrieb von 8 auf 40 Mitarbeiter vergrößern und wurde als bester europäischer Verkäufer prämiert. Weil eine Rückversetzung nach Berlin für die Familie Rudat nicht in Frage kam, wechselte er zur Schüco International KG und leitete 12 Jahre lang das Werk Borgholzhausen. Anschließend arbeitete er einige Jahre lang als Geschäftsführer der Omi Metallwarenfabriken und Koralle Sanitärprodukte GmbH für die Hettich Unternehmensgruppe in Vlotho. Danach war er 15 Jahre lang als Geschäftsführer der Martin Lehmann Unternehmensgruppe in Minden zuständig für alle Bereich außer dem Vertriebsbereich.

Neben der Geschäftsführertätigkeit war Klaus Rudat 10 Jahre ehrenamtlicher Arbeitsrichter in Minden, eine für ihn spannende Tätigkeit mit dem immer selben Ablauf: erst Gütetermin, dann Streit, dann Lösungstermin, in dem in der Regel eine Abfindung festgelegt wurde.

Sportlich spielt er seit langen Jahren Tennis, zuletzt in der Ostwestfalen Liga, mittlerweile bei der Herrenmannschaft70. Klaus Rudats Maxime ist Fairness: „Ich wollte immer fair sein, egal ob auf dem Tennisplatz oder im Unternehmen.“

Seit Rentenbeginn engagiert sich Klaus Rudat als ehrenamtlicher Mentor. Im Auftrag des Senior Experten Service, Bonn, reiste er zwei Mal für mehrere Wochen zu einem chinesischen Betrieb und unterstützte deren Europa Engagement. Für den Mentorenservice Ostwestfalen hat er in den letzten 10 Jahre ca. 60 Mentoringprojekte durchgeführt. Dabei waren Startup-Unternehmen, gemeinnützige Organisationen oder klassische Maschinenbauer. Klaus Rudat sieht bei vielen Unternehmen als Hauptproblem den mangelnden Kundenkontakt. Hier gibt er seine ausgeprägten Vertriebskompetenzen, aus denen er Schulungskonzepte entwickelt hat, gerne weiter, denn das Wissen darüber, wie Kaufentscheidungen zustande kommen, gibt Sicherheit und damit Selbstvertrauen gegenüber den potentiellen Kunden.

Ein Mentoringsprojekt kann dann erfolgreich verlaufen, wenn der Unternehmer/die Unternehmerin die Ergebnisse bereitwillig umsetzen und nicht einknicken. „Wenn eine hinreichende Finanzbasis vorhanden ist, kann mit exzellenter Produktqualität, Fairness und Fleiß jeder Markt erobert werden“, davon ist er überzeugt. „Wichtig ist es, eine tragfähige Geschäftsidee hartnäckig zu verfolgen und nicht beim ersten Gegenwind die Flügel zu strecken.“

Hans Siegmann

Hans Siegmann aus dem baden-württembergischen Bopfingen am Ipf, wusste schon als kleiner Junge, dass er den Speditionsbetrieb seiner Eltern übernehmen würde und hat sich gezielt darauf vorbereitet. Nach dem Wirtschaftsabitur und zwei Jahren Praktika in Speditionen in Berlin, Hamburg und Barcelona besuchte er die Deutsche Außenhandels- und Verkehrsschule (DAV) in Bremen. Im Alter von 25 Jahren brach er die Schule ab und übernahm den elterlichen Betrieb, weil sein Vater aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste.

Innerhalb weniger Jahre gelang es ihm, den Betrieb mit Hilfe von Spezialisierungen um das Fünffache zu vergrößern: er fokussierte auf Möbel und Umzüge und auf die Regionen Deutschland und Spanien und wurde innerhalb von 3 Jahren Marktführer im Möbeltransportgeschäft mit Spanien. Er baute die Spedition zu einem Logistik-Unternehmen aus und setzte als erster strömungsgünstige Jumbolastzüge ein, die von einem westfälischen Fahrzeugbauer speziell für seinen Betrieb angefertigt wurden. Im Alter von 40 Jahren entschied er, seinen Ausstieg aus dem Unternehmen innerhalb der nächsten 10 Jahre vorzubereiten. „Ich habe mich in die Universität des Lebens begeben“,  erläutert er seinen Weg, sich mit externer Unterstützung auf der Suche nach sich selbst zu begeben und das Unternehmen in diesen Entwicklungsprozess einzubeziehen, um seine Nachfolge vorzubereiten. In der Folge wurden Wir-Gefühl, Teamfähigkeit und offene Kommunikation so offensiv bearbeitet, dass selbst die Südwestpresse über das Personalentwicklungskonzept des kleinen Logistikunternehmens berichtete. Wie geplant konnte er das Unternehmen als 55-Jähriger an drei Nachfolger übergeben.

In der Folgezeit absolvierte Hans Siegmann eine Yogalehrer- und eine Clownsausbildung und lernte den therapeutischen Umgang mit spättraumatischen Folgen. Er wurde durch den Bundespräsidenten Köhler für seine ehrenamtliche Clownstätigkeit in Altenheimen und Krankenhäusern, mit krebskranken Kindern und auf Ärztekongressen geehrt.

Seit 10 Jahren engagiert sich Hans Siegmann für den Mentorenservice Ostwestfalen mit den Schwerpunkten persönliches Coaching, Gesundheit und Lebensplanung, Generationswechsel in familiengeführten Unternehmen und Krisenbewältigung. „Wenn man Meinungen austauscht, die für beide hilfreich sind, kommt etwas vollkommen Neues heraus“, beschreibt er seinen Ansatz. In mehr als 20 Fällen konnte er Impulse setzen und Sichtweisen vermitteln und hat viel gutes Feedback von den Mentees erhalten. Immer wenn den Mentees bewusst wurde, dass es sowohl um geschäftliche als auch um persönliche Probleme ging und der Wunsch bestand, sich mit Auswirkungen auf beiden Ebenen auseinanderzusetzen, wurden die Mentoringprojekte erfolgreich.

Auch im Schulleitercoaching konnte er seinen Ansatz einbringen. Das Resultat seiner Erfahrungen lautet: „Ich würde Persönlichkeitsentwicklung als Schulfach empfehlen, denn das fachliche Wissen bringt nur die Hälfte für ein erfolgreiches Leben.“

Klaus Todenhöfer

Klaus Todenhöfer sollte etwas Praktisches lernen oder Beamter werden, das war der elterliche Wunsch. Er entschied sich für den praktischen Weg, kombinierte die Ausbildungen zum Fotografen und Reproduktionsfotografen. Anschließend studierte er an der heutigen Stuttgarter Hochschule für Medien mit dem Schwerpunkt Druckrereiindustrie und schloss 1968 als Jahrgangsbester mit dem Wirtschaftsingenieur ab.

In seinem weiteren beruflichen Werdegang war er zunächst als stellvertretender Geschäftsführer eines Fachverbands für Tiefdruckereien und Verlage tätig, danach als Referent beim Bundesverband Druck und Medien in Wiesbaden. Hier betreute Klaus Todenhöfer die Mitgliedsunternehmen technisch, betriebswirtschaftlich und ausbildungsbezogen. 1979 wechselte er zur Graphia Bielefeld GmbH & Co. KG und stieg dort auf zum Bereichsleiter. 1988 nahm er die Chance wahr und wurde Werksleiter der Oetker eigenen Verpackungsdruckerei mit ca. 130 Beschäftigten bis schließlich zur schrittweisen Auflösung und Abwicklung des Werks und Auslagerung der Leistungen bis zum Jahr 1999. Der gebürtige Hanauer mit der unverwechselbaren Sprachmelodie blieb im Unternehmen und war bis zur Pensionierung zuständig für Qualitätssicherung und Koordination der Druck- und Verpackungsprodukte in Deutschland und teilweise europaweit. „Man fühlte sich bei Oetker einfach gut aufgehoben, es gab eine sehr persönliche Atmosphäre und Fehler waren besprechbar“, ist das Resumee seiner beruflichen Karriere.

In seiner Freizeit war und ist er leidenschaftlicher Steuermann in Achter- und Viererrudern und hat in den letzten 30 Jahren in unterschiedlichen Mannschaften mehrere Masters-Weltmeisterschaften gewonnen, dazu gehören auch Wettkämpfe in Australien und den USA. „Die 9 Individuen im Boot müssen technisch und menschlich eine komplette Einheit bilden und einen gemeinsamen Willen entwickeln.“ Dieses Muster der Teambildung war stets auch ein Credo in seinem beruflichen Wirken.

Seit 2007 ist Klaus Todenhöfer ehrenamtlich für den Mentorenservice Ostwestfalen aktiv und hat in dieser Zeit ca. 30 Unternehmen betreut. Sein abenteuerlichstes Mentoringprojekt brachte ihn nach Ghana in Westafrika. Hier half er seinen Mentees, die Pallets aus Kokusnussabfall produzieren wollten, bei den Verhandlungen mit lokalen Geschäftspartnern. Klaus Todenhöfer versteht sich nicht als Vermittler von Fakten, sondern es geht ihm ebenso um menschliche Kommunikation und lebensnahe Lösungsvorschläge, er möchte persönlicher Ratgeber sein. Dabei unterstützt er bei Controllingproblemen, der Verbesserung der Betriebsorganisation oder Marketing.

Er ist überzeugt, dass erfolgreiche Gründer/innen genau wissen müssen, was sie wollen und mit welchen Schritten sie vorgehen müssen. „Es ist notwendig, systematisch zu arbeiten und nicht emotional aus dem Bauch heraus zu handeln.“ Ein Mentoringprojekt kann dann den gewünschten Erfolg bringen, wenn beide Seiten offen sind, Vertrauen aufbauen, Klarheit schaffen und gemeinsam Fakten erarbeiten.

Gerd Wilmsmeier

„Ich wollte einen guten Job machen, aber auch Zeit für die Familie haben, das war nicht immer einfach.“
Gerd Wilmsmeier hat seine berufliche Karriere in der Finanzwirtschaft gestaltet. Nach einer Banklehre bei der Bielefelder Volksbank absolvierte er den Bankfachwirt und die Ausbildereignungsprüfung. Der begeisterte Badmintonspieler war erst bei Volksbank Gütersloh, dann bei WEST LB in Bielefeld tätig  Hier entwickelte er im Bekleidungsgewerbe eine besondere Expertise, weil er die Finanzprojekte einiger Textilunternehmen der Region begleiten konnte. bevor er Hauptgeschäftsstellenleiter der Sparkasse in Extertal wurde. Von dort wechselte er ins Risikomanagement der Schweitzerische Kreditanstalt in Frankfurt, dann zur Nord LB in Hannover. Hier blieb er bis zur Pensionierung 2005 als Kundenbetreuer in den Bereichen Sanierung und anschließend Schiffsfinanzierung. Rechts- und Vertragswesen gehörten zu seinen Schwerpunkten. In der Rückschau erlebte er die herausfordernden Projekte von der Betreuung bis zur Kreditentscheidung und Auszahlung als seine spannendsten beruflichen Aufgaben. Der Finanzexperte war immer auch überzeugter Familienmensch und der Ausgleich zwischen Beruf und Familie war ihm wichtig. Heute verbringt der leidenschaftliche Motorradfahrer gerne seine Freizeit mit den fünf Enkelkindern.

Seit 2006 engagiert sich Gerd Wilmsmeier für den Mentorenservice Ostwestfalen und hat bis heute 30 Unternehmerinnen und Unternehmer im Rahmen von Mentoringprojekten begleitet. Er sieht sich als Spiegel für die Unternehmen und hilft dabei, den Zufall durch Strategie und Planung zu ersetzen. „Ich muss wissen, was ich will und wohin ich will. Und diese Planungen muss ich regelmäßig überprüfen, denn nichts ist beständiger als der Wandel“, ist seine Devise. Er ist überzeugt, dass mangelnder Erfolg häufig in mangelnder Beharrlichkeit begründet liegt. Viele Unternehmer/innen beschäftigen sich nicht eingängig mit ihren Themen und geben sich mit einer schwarzen Null zufrieden. Mangelnde familiäre Unterstützung und Desinteresse des Partners sind ebenso mögliche Gründe wie fehlender Ehrgeiz: „Viele gestehen sich Fehler und Misserfolge nicht ein und scheuen vor notwendige Konsequenzen.“

Im Detail stellt die Kundeakquise eine besondere Herausforderung dar. Seine Empfehlung lautet: Hilfe anfordern und dann auch zulassen. Im Vier-Augen-Kontakt lassen sich mit Hilfe des Mentors zuverlässige finanzielle Planungen erstellen, Geschäftsfelder in Marktnischen entwickeln und wichtige Kooperationen ausloten.

Der Mentor hört gut zu und gibt sein Know-how weiter, Entscheidungen fällen und tragen muss dann der Unternehmer/die Unternehmerin.

Walter Rempka - Abschied nach 15 Jahre Mentorenservice

Mentorenservice Ostwestfalen - Ehrenamtliches Engagement für regionale Unternehmen

Damit ein Mentoringprojekt erfolgreich sein kann, muss ein wirklicher Dialog zwischen Mentor und Unternehmer zustande kommen. „Und es müssen Verabredungen getroffen werden, die eingehalten werden.“ konstatiert Walter Rempka.

Nach 15 Jahren verabschiedet sich Walter Rempka von seiner Tätigkeit für den Mentorenservice OWL und fasst sein Engagement zusammen: „Insgesamt eine tolle Zeit. Dass ich meine gesammelten Erfahrungen einbringen konnte, hat mir in besonderem Maße Spaß gemacht und war nie eine Belastung.“

Der 82-Jährige gelernte Werkzeugmacher absolvierte auf dem 2. Bildungsweg das Ingenieursstudium an der Staatlichen Ingenieursschule in Kiel. Er begann seine Karriere als Leiter der Qualitätskontrolle bei der Fa. Anschütz in Kiel, anschließend war er in gleicher Funktion bei der Maschinenfabrik Singer Alemannia in Creußen bei Bayreuth tätig. Darauf folgten einige Jahre als Direktor von drei Werken der Ideal Standard GmbH, dann als Fabrikleiter der Krupp-Kessel-Fabrik Berlin, bis diese verkauft wurde. Nach einem kurzen Intermezzo in Kanada wechselte er zur Nixdorf Computer AG, später Wincor Nixdorf. Dort leitete er 4 Jahre lang das Kölner Werk bevor er als Vice President Production die Leitung der Produktion in Paderborn übernahm. 16 Jahre lang war Walter Rempka in dieser Funktion und zusätzlich auch für die Kunststofffertigung in Berlin und den Werkzeugbau in Paderborn und damit für insgesamt für ca. 1000 Mitarbeiter verantwortlich. Sein Erfolgsrezept ist so simpel, wie wirksam: “Je aufregender es wird, desto ruhiger werde ich. Das ist mein Vorteil, der mich durch die letzten 20 Berufsjahre getragen hat.“

Seit der Gründung des Mentorenservice Ostwestfalen in 2002 betreute Walter Rempka 36 Unternehmerinnen und Unternehmer. Dabei waren die Problemlagen und Fragestellungen so unterschiedlich wie die Unternehmertypen und ihre Branchen. Beispielsweise ist er nach dem plötzlichen Tod eines Unternehmers als Interimsgeschäftsführer eingesprungen, eines seiner aufregendsten Projekte, bis die Nachfolge geregelt werden konnte. Er hat Konflikte bei der Geschäftsübergabe zwischen Vater und Sohn gelöst und hat Existenzgründer/innen in der schwierigen Startphase der Unternehmen unter die Arme gegriffen.

Der besonnene Exmanager ist davon überzeugt, dass Probleme im unternehmerischen Alltag häufig durch eine Selbstüberschätzung der Unternehmer/innen ausgelöst werden. Man ist stolz auf seine Handschrift, aber der Aufwand zur Zukunftssicherung der Unternehmen wird unterschätzt. Ein Mentoringprojekt hat dann Chancen auf Erfolg, wenn eine gewisse Offenheit vorliegt und die Probleme offensiv dargestellt werden, denn „Veränderung funktioniert nur mit Offenheit“, fasst er seine Erfahrung zusammen.

Sein Tipp für junge Unternehmer/innen ist es, auf jeden Fall realistisch zu bleiben und sich nicht in große finanzielle Risiken zu stürzen.

Neben seiner Tätigkeit als Mentor war Walter Rempka freiberuflich als einer von drei Geschäftsführern des Kompetenzzentrums für Virtual Prototyping & Simulation (OWL ViProSim e.V.) aktiv. In 10 Jahren hat er, meistens begleitet von Doktoranden des Heinz Nixdorf Instituts, 86 Unternehmen von der Analyse der Produktidee bis zur erfolgreichen Markeinführung beraten. Diese Besuche waren der Startschuss für die Digitalisierung in der Region, ist er überzeugt.

Das Thema Digitalisierung wird die Wirtschaft in den nächsten 5 Jahren grundlegend umkrempeln und „wir müssen uns mächtig auf die Socken machen, um in Deutschland den Anschluss nicht zu versäumen und das Niveau zu halten.“

Autorin: Vera Wiehe