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Freitag, 29. Juni 2018

Der Bielefelder Wirtschaftsbericht 2018 ist online

Bielefeld gehört zu den 20 größten Städten Deutschlands. Mit 151.171 sozialversicherungs­pflichtig Beschäftigten und täglich über 66.000 Einpendlern ist der Wirtschaftsstandort Bielefeld Zentrum der Region Ostwestfalen-Lippe (OWL), eine der führenden Technologiestandorte in Europa. Mehr aktuelle Daten und Fakten über den Wirtschaftsstandort Bielefeld erfahren Sie hier.

 

Die Bielefelder Wirtschaft erreicht Rekordwerte 

  • Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hat mit 151.171 (Stichtag 30.6.2017) den Höchststand erreicht. Im Vergleich zum Vorjahr (30.6.2016) sind dieses 2.907 mehr Beschäftigte (2 Prozent).

    Im Zeitraum von neun Jahren (seit Umstellung der amtlichen Statistik in 2008) ist die Zahl der Beschäftigten um 15,9 Prozent (20.556) gewachsen. Der Vergleich mit den kreisfreien Städten in NRW im Fünfjahreszeitraum (30.6.2012 bis 30.6.2017) bringt Bielefeld mit zehn Prozent Zuwachs auf Rang 5 derjenigen Städte, die am stärksten gewachsen sind. 
  • Absoluter Jobmotor für Bielefeld ist weiterhin der Dienstleistungssektor. Aber auch die Beschäftigung im produzierenden Gewerbe hat leicht zugenommen, so dass seit einigen Jahren der strukturelle Abbau von Arbeitsplätzen im produzierenden Gewerbe gestoppt werden konnte.
  • Bielefeld ist attraktiver Arbeitsort für viele Einpendler. 37.546 Menschen verlassen täglich zum Arbeiten die Stadt, aber 66.262 kommen hinein. So ergibt sich ein positiver Saldo von 28.716 Menschen, die zusätzlich einpendeln.
  • Die Arbeitslosenquote ist weiter gesunken. Aktuell zum Stichtag 30.6.2018 liegt sie erstmals bei 6,9 Prozent, der niedrigste Wert aller Zeiten. Im Vergleich zum Vorjahr 2017 ist die Quote noch einmal um 1,4 Prozentpunkte gesunken und verzeichnet damit einen stärkeren Rückgang als im Bundes- und Landes- und OWL-durchschnitt.
  • Bielefeld ist Dienstleistungshochburg mit starkem industriellen Kern. 78 Prozent der Beschäftigten (118.041) sind im Bereich Dienstleistungen und Handel beschäftigt, 22 Prozent (32.881) im produzierenden Gewerbe. Hier ist der Maschinenbau mit 5.749 Beschäftigten größter Arbeitgeber, gefolgt vom Baugewerbe mit 4751. Das Baugewerbe ist in den vergangenen fünf Jahren um 268 Stellen gewachsen, der Maschinenbau um 191.
  • Absoluter Jobmotor für Bielefeld ist der Dienstleistungssektor.

    Hier sind im Gesundheits- und Sozialsektor 32.173 Beschäftigte tätig. Mit einem Zuwachs von 4.607 Arbeitsplätzen in den vergangenen fünf Jahren ist die Branche von allen anderen am stärksten gewachsen.

    Das zweithöchste Wachstum mit 3.505 zusätzlichen Beschäftigten (in den vergangenen fünf Jahren) erreichen die „sonstige Dienstleistungen“. Von insgesamt 13.198 Arbeitsplätzen in diesem Wirtschaftszweig sind 6.444 Beschäftigte der Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften (Zeitarbeit) zuzurechnen. Dieser Anteil steigt seit 2014 wieder an und kommt überwiegend im produzierenden Gewerbe zum Einsatz. Der Zuwachs innerhalb der zurückliegenden fünf Jahre liegt hier bei rund 1.000 Arbeitsplätzen.   

    Stark gewachsen ist auch die Bielefelder Logistikbranche: plus etwa 1.000 Arbeitsplätze in den vergangenen fünf Jahren.

    Knapp 19.556 Menschen arbeiten im Groß- und Einzelhandel. Der in Bielefeld stark vertretene Großhandel umfasst auch Unternehmen, die zwar überwiegend mit Produkten handeln, häufig jedoch auch Hersteller sind und damit zugleich produzieren.

    Unter den Dienstleistungsbranchen ist insbesondere der IT-Sektor gewachsen. In der Wirtschaftszweigstatistik wird der Sektor unter Information und Kommunikation subsumiert. Während das darin enthaltene Verlagswesen innerhalb der letzten fünf Jahre Arbeitsplätze verloren hat, konnten die IT-Dienstleistungen im gleichen Zeitraum mit 950 neuen Stellen auf 3.868 Beschäftigte aufstocken. Ein Zuwachs von 31,9 Prozent – weit über dem OWL-, Landes- und Bundesdurchschnitt.
  • Auch als Wissenschaftsstandort ist die Stadt weiter im Aufwind. Mit rund 38.000 Studierenden hat Bielefeld im Wintersemester 2016/2017 den Höchststand erreicht. Die Zahl der Hochschulabsolventen hat im Vergleich zu 2007/2008 eine Zuwachsrate von 55,3 Prozent. Damit gehört Bielefeld zu den größten Hochschulstandorten in NRW. Durch eine noch differenziertere Zählweise seitens der Stadt reduziert sich die Studierendenzahl um diejenigen, die zwar an hiesigen Hochschulen eingeschrieben sind, aber an einem anderen Studienort studieren. Die „bereinigte“ Zählweise kommt auf 37.671 Studierende.

  • Der Anteil von Hochqualifizierten (Menschen mit akademischem Abschluss) ist weiter gestiegen und erreicht 2017 15,8 Prozent an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Damit liegt Bielefeld im Bundesdurchschnitt, über dem Landesdurchschnitt, aber niedriger als Münster, Köln, Düsseldorf oder Bonn, die über 20 Prozent erreichen.
  • Die Bilanz der Betriebsneugründungen im Verhältnis zu den Betriebsaufgaben fällt positiv aus. Viel Fahrt nimmt das Gründergeschehen in der Digitalökonomie auf. In Bielefeld haben wir Dank der Founders Foundation inzwischen ein mittelstandsnahes „Gründer-Ecosystem“, das den Gründergeist enorm beflügelt. Vor zwei Jahren gestartet hat die Founders Foundation 175 Menschen zum Gründer ausgebildet, 14 junge Unternehmen bis zur Marktreife geführt und 130 Arbeitsplätze geschaffen.

Einmal jährlich veröffentlicht die WEGE relevante Daten zur Wirtschaftsentwicklung in Bielefeld, die eine zeitlichen Verlauf (auch für einzelne Branchen) und einen Vergleich mit den kreisfreien Städten in NRW bieten. Datenbeschaffung und -aufbereitung erfolgen in Kooperation mit dem Institut für empirische Wirtschaftsförderung und angewandte Statistik (EWAS). Als Wirtschaftsbericht bieten die Daten auf der WEGE-Homepage Informationen für Entscheidungsträger, Multiplikatoren, Investoren und interessierte Zielgruppen.


 

 

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