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Donnerstag, 4. Juli 2019

Die Bielefelder Wirtschaft erreicht auch in 2018 Rekordwerte

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erreicht in 2018 (Stichtag 30.6.) einen weiteren Zuwachs zum Vorjahr 2017 (Stichtag 30.6.). Mit 155.791 Beschäftigten sind dieses 3.420 mehr und ein Zuwachs von 3 Prozent. Im Zeitraum der letzten zehn Jahre ist damit die Zahl der Beschäftigten um 20,2 Prozent (26.144) gewachsen. Aktuell (nach Abschluss des Berichts im April 2019) sind die Daten auch für den Stichtag 31.12.2018 verfügbar und liegen bei 158.186 Beschäftigten.

Der Vergleich mit den kreisfreien Städten in NRW im Fünfjahreszeitraum (30.6.2013 bis 30.6.2018) erreicht Bielefeld mit 12,1 Prozent Zuwachs Rang 4 derjenigen Städte, die am meisten Beschäftigung hinzugewonnen haben. Die Rangfolge: Köln (13,9 Prozent), Dortmund (13,9 Prozent), Münster (12,4 Prozent) und Bielefeld (12,1 Prozent).  

Bielefeld ist attraktiver Arbeitsort für viele Einpendler*innen. 38.676 Menschen verlassen täglich zum Arbeiten die Stadt, aber 68.529 kommen hinein. So ergibt sich ein positiver Saldo von 29.853 Menschen, die zusätzlich einpendeln.

Die Arbeitslosenquote ist weiter gesunken. Zum Stichtag 30.6.2018 liegt sie bei 6,9 Prozent, der niedrigste Wert aller Zeiten. Im Vergleich zum Vorjahr 2017 ist die Quote noch einmal um 1,4 Prozentpunkte gesunken, stärker als im Bundes- und Landes- und OWL-Durchschnitt. Aktuell hat sich die Quote in den Monaten April 2019 mit 7,0 Prozent und Mai 2019 mit 7,3 Prozent leicht erhöht. im Vergleich der kreisfreien Städte NRW rangiert Bielefeld zum Stichtag 30.4.2019 auf Platz 5 der Städte mit den niedrigsten Arbeitslosenquoten (zum Stichtag 30.6.2019).

Absoluter Jobmotor für Bielefeld ist weiterhin der Dienstleistungssektor. Dieser ist im Vergleich zum Vorjahr noch einmal um 3,6 Prozent gewachsen und beschäftigt 122.238 Personen. Damit erhöht sich der Anteil der Beschäftigten an der Gesamtbeschäftigung um 0,4 Prozent auf 78,5 Prozent (für Dienstleistung und Handel).  Aber auch die Beschäftigung im produzierenden Gewerbe ist im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Prozent gewachsen auf 33.211 Beschäftigte. Allerdings sinkt der Anteil des produzierenden Gewerbes an der Gesamtbeschäftigung um 0,4 Prozent auf 21,5 Prozent.

Im produzierenden Gewerbe ist der Maschinenbau mit 5.580 Beschäftigten größter Arbeitgeber. Innerhalb der Jahre 2013 bis 2018 ist die Beschäftigung in dieser Branche weitestgehend stabil geblieben mit einem leichten Verlust von 141 Arbeitsplätzen. Die größten Zuwächse in den letzten fünf Jahren verzeichnet das Baugewerbe mit 452 Stellen (5.021 Beschäftigte). Es folgen die Bereiche Chemie/Pharma/Gummi/Kunststoff mit 436 zusätzlichen Beschäftigten, Druck und Papier mit 291 und Elektrotechnik mit 214 zusätzlichen Beschäftigten.

Im Dienstleistungssektor sind im Gesundheits- und Sozialsektor 32.342 Beschäftigte tätig. Mit einem Zuwachs von 4.134 Arbeitsplätzen in den vergangenen fünf Jahren ist die Branche von allen anderen am zweitstärksten gewachsen. Auch der Sektor Erziehung und Unterricht hat sich im gleichen Zeitraum um 714 Personen erweitert.

Das höchste Wachstum mit 4.775 zusätzlich Beschäftigten (in den vergangenen fünf Jahren) erreichen die „sonstige Dienstleistungen“. Von insgesamt 14.485 Arbeitsplätzen in diesem Wirtschaftszweig sind 7.068 Beschäftigte der Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften (Zeitarbeit) zuzurechnen. Dieser Anteil steigt seit 2014 wieder an und kommt überwiegend im produzierenden Gewerbe und den unternehmensnahen Dienstleistungen (Logistik) zum Einsatz. Der Zuwachs innerhalb der zurückliegenden fünf Jahre liegt bei 36 Prozent. Dieses ist ein Trend, der vergleichbar auch in OWL zu finden ist, aber weniger stark im Landes- und Bundesdurchschnitt.

Stark gewachsen ist auch die Bielefelder Logistikbranche: sie verzeichnet ein Plus von 20 Prozent in den vergangenen fünf Jahren mit 1.325 Beschäftigten.

Knapp 20.420 Menschen arbeiten im Groß- und Einzelhandel. Davon sind 9624 Erwerbstätige im Großhandel tätig. Der Großhandel umfasst auch Unternehmen, die zwar überwiegend mit Produkten handeln, häufig jedoch auch Hersteller sind und damit zugleich produzieren. Der Zuwachs beläuft sich in fünf Jahren auf 339 Arbeitsplätze. Insbesondere der Einzelhandel ist in den Jahren 2013 bis 2018 gewachsen und zwar um 1.033 Beschäftigte. 

Unter den Dienstleistungsbranchen ist insbesondere der IT-Sektor gewachsen. In der Wirtschaftszweigstatistik wird der Sektor unter Information und Kommunikation subsumiert. Während das darin enthaltene Verlagswesen innerhalb der letzten fünf Jahre Arbeitsplätze verloren hat, konnten die IT-Dienstleistungen im gleichen Zeitraum mit 1.169 neuen Stellen auf 4.198 Beschäftigte aufstocken. Ein Zuwachs von 39 Prozent – weit über dem OWL-, Landes- und Bundesdurchschnitt.

Im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen sind aktuell 8.158 Menschen beschäftigt und damit 839 mehr als noch vor fünf Jahren.

Auch die Zahl der Studierenden erreicht wieder die Rekordhöhe von 2017/2018 mit 38.000 jungen Menschen im Wintersemester 2018/2019. Die Zahl der Hochschulabsolvent*innen ist im Vergleich zum Vorjahr um 189 auf 6.102 und innerhalb der letzten zehn Jahre um insgesamt 39 Prozent gestiegen.

Der Anteil von Hochqualifizierten (Menschen mit akademischem Abschluss) ist weiter gestiegen und erreicht 2017 mit 25.312 Personen einen Anteil von 16,2 Prozent an der Gesamtbeschäftigung (im Vorjahr 15,8 Prozent).  Damit liegt Bielefeld im Bundesdurchschnitt und über dem Landesdurchschnitt.

Die Bilanz der Betriebsneugründungen im Verhältnis zu den Betriebsaufgaben fällt positiv aus. In 2018 betrug der Saldo 220 Betriebe, das heißt, dass 2.164 Neugründungen erfolgten und 1.944 Betriebsaufgaben. Damit liegt Bielefeld auf Platz sechs der kreisfreien Städte in NRW.

Das Gründungsgeschehen in der Digitalökonomie nimmt weiter Fahrt auf. In Bielefeld hat die Founders Foundation GmbH inzwischen ein mittelstandsnahes „Gründer-Ecosystem“ geschaffen, das insbesondere die digitalen Gründungen fördert. Vor drei Jahren gestartet hat die Founders Foundation 290 Menschen zu Gründern/Gründerinnen ausgebildet, 19 junge Unternehmen bis zur Marktreife geführt und 200 Arbeitsplätze geschaffen.

Einmal jährlich veröffentlicht die WEGE relevante Daten zur Wirtschaftsentwicklung in Bielefeld, die eine zeitlichen Verlauf (auch für einzelne Branchen) und einen Vergleich mit den kreisfreien Städten in NRW bieten. Datenbeschaffung und -aufbereitung erfolgen in Kooperation mit dem Institut für empirische Wirtschaftsförderung und angewandte Statistik (EWAS). Als Wirtschaftsbericht bieten die Daten auf der WEGE-Homepage Informationen für Entscheidungsträger, Multiplikatoren, Investoren und interessierte Zielgruppen. Die verwendeten Datenquellen sind die jeweils aktuellsten zur Zeit der Berichterstellung.

 

Zum Wirtschaftsbericht

 

Rückfragen an:
Brigitte Meier
Prokuristin WEGE mbH
Fon 055766070
mobil 01787854113
Mail meier@wege-bielefeld.de

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