DeutschEnglish
Donnerstag, 17. Mai 2018

Fashion Talk

Trends und Karrieren in der Modebranche

110 ExpertInnen und Studierende der Modebranche folgten der Einladung von Fachhochschule des Mittelstands, Fachhochschule Bielefeld und WEGE mbH zum ersten Fashion Talk – Trends und Karrieren in der Modebranche“.

Diskutiert wurden Trends wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Vernetzung und deren Auswirkungen auf Produktionsweisen, Prozesse und Gestaltungsformen in der Modebranche.

Karriereperspektiven in der Fashionbranche wurden am Beispiel von Studierenden bzw. Absolventinnen der beteiligten Fachbereiche aufgezeigt. Susanna Fafenrot, Studentin der FH Bielefeld, macht gerade ihren Bachelor im Modedesign und hat sich mit dem Schwerpunkt Smart Textiles eine spannende Nische erobert.  Die Verbindung von Technologie und Design bezieht sich nicht nur auf die Entwicklung neuer Materialien wie Biopolymere. Die Nutzung von 3D Druckern in der Produktion, die Einbau von Solarmodulen, Leuchtmitteln und digitaler Technik in Funktionskleidung sind Beispiele ihrer Projekte. Präsentiert hat sie eine Funktionsjacke, in die der MP3Player für die Musik beim Sport integriert wurde.  

Immer mehr Marken und Label schwören auf eine Zusammenarbeit mit sogenannten „Influencern“. Die privaten Blogger sind breit vernetzt und erreichen auf ihren Facebook- oder Instagram- Accounts viele Menschen auf der ganzen Welt. Kira Bejaoui, geborene Bielefelderin und Absolventin der FHM Köln, tritt als Modeblogggerin mit ca. 85000 Followern ihren Kunden sehr selbstbewusst entgegen. Als gut vernetzte Einzelunternehmerin erzählt sie ihre Modestorys für große Unternehmen der Beauty- und Modebranche.

Hannah Lemke macht als Absolventin des Studiengangs Modewirtschaft der FHM Karriere in einem Modehaus in Hameln. Als Berufseinsteigerin ist sie Head of Marketing und Assistentin der Geschäftsführung und absolviert berufsbegleitend ein Studium Master of Marketing  Sales.  Die karrierebewusste junge Frau sieht ihre berufliche Zukunft in der Selbständigkeit und träumt von einem Konzeptstore.

Digitalisierung und Einzelhandel Antworten auf die Digitalisierung für den stationären Einzelhandel referierte Angelika Schindler-Obenhaus, Vorstand der KATAG AG.  Ihre Botschaft an die Händler lautet: Die Kunden wollen weder auf Offline noch auf Online verzichten – das Kaufverhalten hat sich nachhaltig verändert.  Damit ist der stationäre Einzelhandel nicht tot – der langweilige jedoch schon!

Storytelling, Emotionalisierung, Entertainment, Mobil Payment sowie Click & Collect sind die Stichworte. Mit myVEO hat die KATAG AG eine E-Commerce-Plattform für ihre Mitglieder entwickelt. Um ihrer ethischen Verantwortung gerecht zu werden hat sich die KATAG AG der „amfori – trade with purpose“ Association (AMFORI) angeschlossen, der mittlerweile mehr als 1000 Unternehmen, Importeure und Hersteller angehören.

Trends & Karrieren
In der anschließenden Diskussion zum Thema Trends & Karrieren in der Fashionbranche betonte Prof. Dr. Kristen Diekamp, FHM neben der Digitalisierung die Bedeutung des Trends Nachhaltigkeit nicht nur aus Verbraucherperspektive, sondern auch aus ökologischen und ethischen Anforderungen an die Modebranche.

Seit 2016 sitzt Fast 52 als digitale Produktionsstätte mit Showroom auf 800 qm im Betriebsgebäude der ehemaligen Fa. VERSE-Blusen in Bielefeld. Der Inhaber Ralf Kelber berichtet aus dem Alltag der Textilproduktion 4.0: nachhaltige Produktionsabläufe, Produktion auf Nachfrage und Losgröße 1. Auch wenn ein  Cutter und 3DKonfigurator zum Einsatz kommen, genäht wird von Näherinnen und Nähern in Handarbeit an der Nähmaschine.

CollarCare, ein digitales Start-up, dass sich mit Unterstützung der Founders Foundation auf dem Weg zur Gründung befindet, wurde von der Modedesignerin Ursula Moos vorgestellt. Bei CollarCare handelt es sich um ein Hundehalsband, dass die Vitaldaten des Tieres erfassen kann.  „Wir entwickeln ein Produkt, das hilft, den Hund und seine Reaktionsweisen besser zu verstehen und damit die Kommunikation zwischen Mensch und Tier deutlich zu verbessern.“ Dieses Produkt lässt sich auch auf weitere Anwendungsszenarien beim Menschen übertragen.

Fazit der Moderatorin Vera Wiehe: Dank der Digitalisierung wird die Modebranche durch eine Vielzahl neuer Produktionsweisen sowie Produkte/Dienstleistungen revolutioniert. Dadurch ergeben sich viele Möglichkeiten für neue Geschäftsfelder. Diese erfordern eine enge Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichsten Disziplinen, Neugier, ökonomische Kenntnisse und Kreativität, und von all dem hatten die Gäste genügend im Gepäck. Wir sind gespannt auf die weitere Entwicklung und werden dieses Format als Reihe fortsetzen.

 

Bildunterschrift: v.l.n.r.: Ursula Moos Kira Bejaoui, Vera Wiehe, Hannah Lemke, Susanna Fafenrot, Prof. Philipp Rupp, Angelika Schindler-Obenhaus, Prof. Dr. Anne Dreier, Ralf Kelber, Prof. Dr. Kirsten Diekamp

Fotografin: Johanna Friedrichs
Text: Vera Wiehe

zurück