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Freitag, 23. August 2019

Unternehmensbesuch des Oberbürgermeisters bei Wulfhorst

„In vierter Generation ist Backen unsere Passion“, berichten Marcus und Valerie Wulfhorst beim Unternehmensbesuch von Oberbürgermeister Pit Clausen in Begleitung von Jürgen Sautmann, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bielefeld, und WEGE-Prokuristin Brigitte Meier.

„Mit Stolz dürfen wir uns Bielefelds älteste Handwerksbäckerei nennen, die 1896 gegründet, traditionelle Backweise mit innovativen Ideen kombiniert“, erläutert Valerie Wulfhorst zu Beginn der Führung durch die Backstube an der Altenhagener Straße in Heepen. „Was Sie bei uns schmecken ist Natürlichkeit, Qualität und Heimat. Verwendet werden nur frische Zutaten aus der Region, ganz vorne voran das Mehl aus der Milser Mühle“, so die Chefin mit besonderer Expertise im Marketing. Die Brotmanufaktur Wulfhorst wirbt gezielt mit den Personen, die hinter den Produkten stehen und zur Familie gehören. Darunter ist auch Oma Henny, die für die Kuchenklassiker steht. So sagt die Kundschaft am Verkaufstresen gerne: „Bitte 1 x Oma Henny“, gemeint ist damit der berühmte Käsekuchen von Wulfhorst.

„Eine dunkelbraune Kruste wie bei der Rezeptur für das 1896er Brot ist unsere Spezialität. Das Brot wird kurz und heiß gebacken“, erklärt Marcus Wulfhorst in der Backstube. Hier trifft man auf weitere „Familienmitglieder“. Gemeint sind die beiden großen Backöfen ´Karl´  (benannt nach dem Großvater) und ´Hans´ (benannt nach dem Vater). Zwölf Brotsorten werden tagesfrisch in Handarbeit hergestellt. Das gleiche gilt für die Brötchen. Sie reifen 24 Stunden lang im Aroma Cooler und erhalten dadurch ihr besonderes Aroma. Im Fachjargon wird der Prozess „Garverzögerung“ betitelt.

Die Bäckerei beschäftigt aktuell fast 100 Mitarbeitende in elf Filialen in den Ortsteilen Heepen, Innenstadt, Schildesche und Brake. Darunter sind drei, die Wulfhorst aus der Insolvenz der Bäckerei Kreft übernommen hat. Acht Standorte haben ein eigenes Café.

Im Gespräch formulieren Marcus und Valerie Wulfhorst auch Forderungen an die Stadt, an Politik und an Interessensvertretungen. Sie sorgen sich um ausreichend Personal für das Bäckereihandwerk, für das es immer weniger qualifizierte Bewerbungen gibt. Einige bürokratische Bestimmungen beschreiben sie als belastend, insbesondere für kleinere Betriebe. Als wünschenswert werden zusätzliche Parkplätze für die Kundschaft angeführt. Und die Familie Wulfhorst bedauert die häufig wahrnehmbare Einstellung, dass Lebensmittel nicht ausreichend wertgeschätzt werden und möglichst billig sein sollen.

Für die Zukunft setzt der Handwerksbetrieb auf digitale Innovationen und kreative Ideen. Das gilt sowohl für die bargeldlose Zahlung im Verkauf wie auch für den Ausbau der eigenen digitalen Warenwirtschaftsprozesse. Mit einem besonders kreativen Angebot überraschen Wulfhorsts ihre Kunden im Schildescher Kultur Käffchen. In 2019 starteten Bäckerei, Buchhandlung Welscher und Bezirksamt Jöllenbeck eine Kulturreihe mit Lesungen, Musik und anderen künstlerischen Darbietungen in der Bäckereifiliale in Schildesche.

Am Ende des Gespräches versicherten die eingeladenen Gäste jede Unterstützung, die seitens Stadt, Wirtschaftsförderung und Kreishandwerkerschaft im Bereich des Möglichen liegt. „Genau dieses Wissen um die Alltagsprobleme und Herausforderungen der Gewerbetreibenden hilft uns weiter, Unterstützungsmöglichkeiten und Handlungsspielräume auszuloten“, resümierte Oberbürgermeister Pit Clausen.

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